Corona – wie ein Flugzeugabsturz – in Deutschland – 92 Tote

Man muss es erst verstehen…

22.03.2020 – 14:06 Uhr

Corona - wie ein Flugzeugabsturz über Deutschland
Corona – wie ein Flugzeugabsturz über Deutschland

Eine solche Meldung würde medial um die Welt gehen und globale Beachtung finden.

Es würde nach der ersten medialen Berichterstattung zu Diskussionen, Bestürzung, Angst und Mitgefühl im privaten Umfeld führen.

Jeder würde wissen wollen wo das Flugzeug gestartet und wer mitgeflogen ist.

Ist vielleicht gerade jemand aus meinem Familien oder Freundeskreis dort im Urlaub und ist er vielleicht gerade mit dieser Maschine unterwegs gewesen?

Jeder hat großen Respekt vor einem Flugzeug, die meisten sind schon mal geflogen, einige haben sogar Flugangst.

Die gezeigten katastrophalen Bilder eines Absturzes brennen sich ein und wir beschäftigen uns damit.

Das haben wir alle schon mal gesehen – wir können es uns vorstellen – und darum geht’s.

Deshalb der Erklärungsversuch mit den Flugzeugen.

Mit Zahlen können wir wenig anfangen.

Diejenigen von uns, die früher im Balkan Urlaub gemacht hatten waren geschockt als seinerzeit über den Beginn der Jugoslawienkriege berichtet wurde.

Keiner konnte so richtig verstehen dass sich die Menschen dort im eigenen land gegenseitig viel Jahre lang bekämpften.

Dazu kam der Golfkrieg und die weiter entfernten und sich bis heute häufenden todbringenden Auseinandersetzungen.

Mittlerweile sind wir mehr oder weniger irgendwie immun gegen die Kriegsberichterstattungen und die fast täglich veröffentlichten Todeszahlen geworden.

Zurück zum Flugzeugbeispiel – bezogen auf den Coronavirus

Stellen wir uns einfach mal vor, dass jeder Infizierte ein Flugticket gebucht und sich in einem Flugzeug mit 200 Passagieren befindet welches bereits abgehoben ist.

Innerhalb von 2 Wochen sind allein in Europa 798 Flugzeuge gestartet, von denen 39 Flugzeuge abgestürzt sind und deren knapp 8.000 Insassen nicht überlebt haben.

In Deutschland sind aktuell bereits 11 Flugzeuge in der Luft – Ein Absturz mit 92 Toten.

In Italien sind bisher 268 Flugzeuge gestartet – aktuell sind davon noch 213 in der Luft und  33 Maschinen sind abgestürzt mit dem verheerenden Ausmaß von über 6.500 Toten.

Unter Zugrundelegung dieser Vorstellung wäre wohl niemand von uns mehr in ein Flugzeug zu bringen.

Die Anzahl wird bereits Morgen schon überholt sein!

World Trade Center

Der Anschlag vom 11. September 2001 ist jedem noch in Erinnerung.

Das katastrophale Ereignis mit 2.753 Toten hat sich so stark eingeprägt, dass Heute nach über 18 Jahren noch fast jeder weiß, wo er damals war als er davon erfahren hat.

COVID-19 hat allein in Europa innerhalb 2 Wochen doppelt so viel Menschenleben gefordert wie der Anschlag auf die Twin-Tower.

Wir sehen es nicht

Den Virus sehen wir nicht und wir wissen (noch) nicht viel über ihn außer, dass es kein Medikament gibt, er hochinfektiös und für zu viele Menschen todbringend ist.

Langzeitwirkung und Schäden sind unbekannt.

Wir sind darauf ausgerichtet Gefahren zu sehen, Wahrzunehmen und entsprechend zu reagieren. Unsichtbare Gefahren sehen wir nicht und sie sind deshalb nur schwer vorstellbar.

Diejenigen, die schon einmal ungewollt Rauch eingeatmet haben, obwohl an der brennenden Zigarette erst ein paar Meter weit entfernt gezogen wurde kennen die Entwicklung in der Luft.

Den Rauch und dessen Verbreitung in der Luft können wir alle sehen – die ausgestoßene Atemluft beim niesen oder Husten jedoch nicht.

Abstand und Distanz ist daher dringend angezeigt!

Wir müssen dazu lernen.

Hitze können wir nicht sehen aber wir haben (oft mit schmerzhafter Erfahrung) gelernt dass  Backofenscheibe und Herdplatte eine Gefahr darstellen der wir besser aus dem Weg gehen.   

Strom können wir auch nicht sehen aber die Lebensgefahr ist uns bewusst und wir fummeln nicht einfach an freiliegenden Stromkabeln herum.

Das der Virus, seine Gefährlichkeit, die vielen Toten und die dramatischen Auswirkungen noch nicht so richtig bei uns angekommen sind wird aus den Coronapartys und den vielen Witzen deutlich, die leichtfertig darüber gemacht werden und die überall kursieren.

Über Flugzeugabstürze, Terroranschläge oder beispielsweise Krebs würde niemand wirklich Witze machen.

In Thailand bspw. welches die geringsten Infektionszahlen aufzeigt tragen die Menschen Schutzmasken, was auch dazu führt dass die Gefahr dort auch öffentlich irgendwie sichtbar wird und jeder, der keine trägt von den anderen verwundert angeschaut wird.

Wir tragen keine und vermutlich ist es erstmal irgendwie peinlich und über 80 Millionen Masken wären aktuell ohnehin nicht verfügbar.

Diese sollten wir auch dringend erstmal denen überlassen die die lebensnotwendigen Tätigkeiten ausführen und unsere Gesundheit, Versorgung und Sicherheit aufrechterhalten.

Die Suche nach dem Patient 0 wurde längst aufgegeben.

Mittlerweile wäre das auch sinnlos.

Das eigentliche Ziel wäre eigentlich jetzt die Fallzahl 0 anzustreben aber diesen Optimismus bringt derzeit in Deutschland schon niemand mehr auf.

Aktuell geht’s nur noch um Verlangsamung der Ausbreitung und wer die Berichterstattungen verfolgt kann wahrnehmen, dass es jetzt schon um viele Monate geht und wir uns schlimmstenfalls mit den Auswirkungen noch Jahre beschäftigen müssen.

Die Perspektive für unsere jüngere, nicht ganz so gefährdete Bevölkerung sinkt rapide.

Wenn über Monate Wirtschaft und Mittelstand zusammenbricht wird es weder genug Ausbildungs- noch Arbeitsplätze geben.

Selbst den Hochschulabsolventen wird nach dem ersehnten Studienabschluss – mit Ausnahme der medizinischen Berufe – vermutlich nur noch der Weg zur Arbeitsagentur bleiben.

Derzeit kursieren Todesfall-Quoten von um die 3 Prozent.

In Italien liegen sie derzeit bei über 9 Prozent!

Geht man von 2,5 Prozent aus errechnen sich daraus bei uns in Deutschland nach Durchinfektion 2 Millionen Todesfälle.

Das entspräche 1.000 abgestürzten Passagiermaschinen!

Da wären dann von jedem von uns Freunde, Bekannte und Familienangehörige darunter.

Selbst wenn es viel weniger werden ist jeder einzelne einer zuviel.

(Selbst bei einem Prozent reden wir noch von 80.000 Toten bzw. 400 Abstürzen.)

Unsere Regierung und unsere Politiker sind es gewohnt mit Zahlen, Fakten und Statistiken umzugehen, die Lage zu erfassen und daraus demokratisch Entscheidungen zu treffen.

Nach Aufklärung und eindringlichem Appell bleiben nur die jetzt angeordneten Maßnahmen um damit zu versuchen die in einigen Wochen auftretende Welle irgendwie abzumildern.

Das die Welle kommt steht außer Frage – nur die Höhe ist derzeit noch ungewiss.

Wir müssen es – allen – erklären damit sie es verstehen.

Es geht nicht darum mit dem Finger auf andere zu zeigen und sie vielleicht als dumm oder ignorant zu beschimpfen.

Wir müssen es erstmal selbst richtig verstehen und das Ausmaß begreifen – wir müssen es erklären und alle müssen es verstehen – weil wir alle und jeden dazu brauchen.

Egal welcher Nationalität, welcher Religion, welcher politischen oder ideologischen Ausrichtung oder welcher persönlichen Einstellung und Neigung wir brauchen alle und alle müssen es verstehen.

Und wenn alle es verstanden haben und der kleinste gemeinsame Nenner der ist, dass es aufhört und das es klappen muss wird die Kette halten an deren Ende der Erfolg hängt.

Einige die wir für starke Kettenglieder hielten werden sich als schwach erweisen und andere wiederum denen wir das nicht zugetraut hätten werden am stärksten sein aber die Kette wird insgesamt halten.

Wenn wir das alle wollen.

Und genau da liegt die Chance.

Wenn es tatsächlich alle verstanden haben können 28 Tage beginnen nach denen der Virus bei uns nicht mehr so bedrohlich sein wird.

Diejenigen die gesund sind bleiben es.

Diejenigen die in Quarantäne sind werden es.

Die in den Krankenhäusern ebenso und mit denen, die uns bedauerlicherweise verlassen stirbt der Virus mit.

Es lässt sich alles Mögliche 28 Tage lang aufschieben nur nicht jetzt damit anzufangen.

Es können sich zwei Familien oder Freunde als Team zusammentun, damit sowohl Erwachsene etwas zusammen machen und Kinder miteinander spielen können.

Man kann sich gegenseitig helfen und unterstützen usw.

Wichtig dabei ist das kein Team und kein Mitglied eines Teams Kontakt mit einem anderen Team oder einem ihrer Mitglieder hat.

Umso schneller alle es verstehen und alle mitmachen – umso schneller haben wir das alles hinter uns.

Lasst uns einfach damit anfangen – jeder Tag rettet Leben!

Man könnte auch anderen Menschen denen man begegnet mit dem Daumen hoch das Signal geben das man es selbst verstanden hat, sich daran hält und damit sichtbar wieder etwas Optimismus verbreiten.

– Ich habe es verstanden

– Ich will dass es aufhört

– Ich halte mich daran

– Ich möchte dass es klappt

Den Daumen hoch kann man natürlich auch einfach hinter die eigenen Internetbeiträge setzen.

Wenn wir nur noch Menschen begegnen, die mit Abstand den Daumen hoch halten wissen wir, dass wir alle auf dem richtigen Weg sind.

Und für die Zeit streicht bitte das Wort „aber“ aus eurem Wortschatz – ich habe es hier auch nicht genutzt.

Mir fehlt die pädagogische Ausbildung und ich bin mir sicher, dass unsere Lehrerinnen, Lehrer, Kindergärtnerinnen und Kindergärtner das noch viel besser erklären und vermitteln können.

Sicherlich gibt es noch viele bessere Möglichkeiten wie man die aktuelle Situation erklären kann. Darunter bspw. auch die Beiträge, die Harald Lesch sehr gut erklärt.

7 Kommentare

  1. Lieber Duck,
    Vielen lieben Dank für deine Erklärung und Motivation die Kraft und Mut vermittelt. Wir schätzen sehr deine Überlegungen und im Gegensatz zu uns kannst du es wieder fantastisch formulieren herzlichen Dank dafür!
    Daumen hoch 👍
    Ist nicht sehr schwer, wir versuchen bereits in einer kleinen Gemeinschaft uns gegenseitig zu unterstützen und füreinander da zu sein!
    Funktioniert auch ganz gut sobald der Egoismus und die Scham bei den Menschen abgelegt ist !
    Danke und bleibt gesund 👌👍

  2. Danke Holger
    Sehr plastische Darstellung wer das nicht versteht bringt sich und Andere in Gefahr.
    Es heißt jetzt Wir und nicht ich
    Gruss Ralf

  3. Hervorragend erklärt, aber leider zu langatmig. Bei denen, die nicht mehr sehen/erkennen können und auch kaum noch lernen können, helfen maximal 5-Wort Sätze.

  4. Hervorragender Beitrag , den ich erst beim Anfangsbild leider für einen Beitrag zur Panikverstärkung hielt. Sorry !

  5. Ein interessanter und sehr guter Beitrag zu unserer aktuellen Situation.
    Beispielhaft und verständlich geschrieben. Müsste eigentlich Jeder verstehen.
    Vielen Dank dafür.

  6. Cornelia Gjergjaj

    März 30, 2020 at 5:05 pm

    Das Virus hätte man nicht besser bildlich darstellen können …
    Ich hoffe, das es jeder jetzt verstanden hat. Das der Betreffende nicht nur sich selbst, sondern auch sein Nachbar in Gefahr bringen kann.
    Was wir jetzt haben, kann jeder noch bewältigen. Wenn es zu extremeren Maßnahmen kommt, weil einige es nicht erhalten wollten, heißt es dann „hätte man doch“! Aber dann ist es zu spät!
    Also lasst es nicht so weit kommen!
    Macht mit und haltet euch an die Regeln.
    Dann geht es schneller vorbei …
    👍

  7. Einfach super erklärt!
    Aber ich denke die meisten werden es nicht lesen oder vielleicht nur kurz ein paar Sätze, bis sie merken wie lange der Text ist.
    Denn lesen ist heutzutage leider auch nicht mehr selbstverständlich…

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